Weltfriedensdienst e.V.

Virtuelles Wasser

Jedes Produkt, das wir benutzen oder konsumieren - ob Nahrungsmittel oder Industrieprodukt - benötigt für seine Herstellung eine bestimmte Menge Wasser. Dies gilt natürlich auch für die Nutzung von Dienstleistungen. Auf dieser Annahme beruht das Konzept des virtuellen Wassers des britischen Wissenschaftlers John Anthony Allan. Es legt offen, dass gerade aus den Trockengebieten der Erde zu viel Wasser für die Herstellung von Exportprodukten verbraucht wird.

Beispiel T-Shirt aus Baumwolle:

Das Konzept des Virtuellen Wassers errechnet für die Herstellung eines T-Shirts aus Baumwolle einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 4.100 Litern. Einen Großteil dieses Wasser benötigt die Baumwolle für ihr Wachstum. Ein weiterer Anteil wird für das Bleichen und Färben des Stoffes verbraucht.

Baumwolle stammt häufig aus Ländern wie Indien oder Usbekistan, in denen Wassermangel herrscht und wird dort in riesigen Monokulturen angebaut. Wegen der dort herrschenden Hitze und Trockenheit ist die Baumwollproduktion äußerst bewässerungsintensiv.

41 Prozent des für die Herstellung eines T-Shirt verbrauchten Wassers sind Regenwasser. Die Menge an Regenwasser, die im Boden gespeichert ist und im Laufe des Wachstumsprozesses von den Pflanzen aufgenommen wird, bezeichnet man als grünes virtuelles Wa

41 Prozent des für die Herstellung eines T-Shirts verbrauchten Wassers ist Regenwasser. Die Menge an Regenwasser, die im Boden gespeichert ist und im Laufe des Wachstumsprozesses von den Pflanzen aufgenommen wird, bezeichnet man als grünes virtuelles Wasser.

In der Landwirtschaft werden die Wassermengen, die zur Bewässerung auf die Felder ausgebracht und dort entweder von den Pflanzen aufgenommen werden oder verdunsten, als blaues virtuelles Wasser bezeichnet.

Weitere 42 Prozent werden durch künstliche Bewässerung auf den Baumwollfeldern verbraucht. In der Landwirtschaft werden die Wassermengen, die zur Bewässerung auf die Felder ausgebracht und dort entweder von den Pflanzen aufgenommen werden oder verdunsten, als blaues virtuelles Wasser bezeichnet. Aber auch das Wasser, das aus den Bewässerungskanälen oder künstlichen Wasserspeichern verdunstet, ohne auf den Feldern anzukommen, zählt zum blauen virtuellen Wasser. Bei industriellen Produkten und im häuslichen Gebrauch bezeichnet blaues virtuelles Wasser die Menge an Grundwasser oder Wasser aus Flüssen und Seen, die zur Herstellung eines Produktes genutzt wird, aber nicht mehr zurückgeleitet werden kann. Künstliche Bewässerung trägt u.a. dazu bei, dass Böden versalzen und Gewässer wie der Aralsee in Usbekistan austrocknen.

Unter grauem virtuellem Wasser ist die Wassermenge zu verstehen, die während der Düngung der Baumwollfelder sowie dem Bleichen und Färben der Baumwolle direkt verschmutzt wird und daher nicht mehr nutzbar ist

Unter grauem virtuellem Wasser ist die Wassermenge zu verstehen, die während der Düngung der Baumwollfelder sowie dem Bleichen und Färben der Baumwolle direkt verschmutzt wird und daher nicht mehr nutzbar ist, oder die im Prinzip dazu nötig wäre, um verschmutztes Wasser so weit zu verdünnen, dass allgemein gültige Standardwerte für die Wasserqualität wieder eingehalten würden. Anteil am Baumwoll-T-Shirt: 14 Prozent.