Weltfriedensdienst e.V.

Wasser für alle!

Die Dorfbewohner von Shinja in Simbabwe lebten zehn Jahre im Streit um Wasser.  Der ungelöste Konflikt spaltete das Dorf und lähmte alle Kräfte. So wurde die Organisation CELUCT, lokaler Partner des Weltfriedensdienst, gebeten, eine Lösung zu vermitteln. Inzwischen sind die Gräben überbrückt. Gemeinsam arbeiten jetzt alle an ihrer Zukunft.
Mit Ihrer Spende an den WFD unterstützen Sie CELUCT dabei, auch in anderen Gemeinden der Region Frieden zu stiften!

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Wie ein Dorf in Simbabwe einen Streit um Wasser löste

Seit ihr Mann fortgegangen ist, bringt sie die Familie alleine durch. An vielen Tagen konnte sie ihren Kindern nur Waldfrüchte zum Essen geben. Mary erinnert sich:
„Im Jahr 2002 hatten wir eine extreme Trockenheit, es folgte der Hunger. Etwas musste geschehen. Wir Dorfbewohner beschlossen, Geld für den Bau eines Kanals zu sammeln, um mit dem Wasser vom Fluss Munyanyazi unsere Felder  zu bewässern. Wir begannen bald darauf, einen Kanal zu graben. Ein Jahr später teilten wir das neu bewässerte Land auf und begannen unsere Saat auszusäen. Wir waren voller Hoffnung.“

Diese Quelle spaltete eine Dorfgemeinschaft

Der Streit brach aus, als im Januar 2005 sechs Familien über Nacht den Lauf des Kanals änderten, so dass nur noch ihre Grundstücke Wasser bekamen. Das spaltete das Dorf in die sechs Familien, die Wasser hatten und die 60 Familien, die ohne Wasser in erbärmlicher Armut lebten. Keiner redete mehr miteinander. Gewalttätige politische Gruppen kamen ins Dorf, die sich im Namen ihrer Parteien auf die eine oder andere Seite schlugen und bekriegten. Alle lebten in Angst, der Riss ging mitten durch die Gemeinde. Staatliche und religiöse Autoritäten und Behörden bemühten sich um eine Lösung des Konflikts – vergeblich. Schließlich baten sie die Organisation CELUCT um Hilfe. Auf deren Vorschlag wählte die Gemeinde ein Friedenskomitee, dessen Mitglieder zu Dialog und Mediation fortgebildet wurden. Nach gründlicher Vorbereitung ging das Komitee auf die zerstrittenen Familien zu mit dem Ziel, das Wasser gerecht zu verteilen.

Brücken bauen

Zu Beginn des entscheidenden Treffens verpflichteten sich alle, erst auseinander zu gehen, wenn der Streit friedlich beigelegt wäre. Und so kamen sie nach langwierigen Verhandlungen schließlich überein, das Wasser wieder zu teilen und bis zu den Feldern aller Familien zu leiten. Sie unterzeichneten einen Vertrag. Vor Freude über die Einigung brachen am Ende alle in Jubel, Gesang und Tanz aus.

Inzwischen wurde ein Wasserkomitee gewählt, das über die Verteilung des Wassers wacht. Die Dorfbewohner haben keine Angst mehr, keinen Hass und keine Wut. Anhänger der verschiedenen politischen Richtungen arbeiten nun gemeinsam am Kanal. Mary kann nun endlich ihre Familie ernähren.

Die Nachricht von dem gelungenen Friedensprozess in Shinja verbreitete sich in Windeseile.  Auch  viele  andere Gemeinden möchten nun ihre  Konflikte lösen, um endlich voranzukommen. Spenden Sie jetzt, damit  CELUCT die Saat des Friedens verbreiten kann!

Rechenbeispiele:

>25 EURO kosten eine Schaufel und eine Hacke.

>50 EURO kostet ein Austauschbesuch von 10 Friedensstiftern.

>Für 150 EURO können 10 Menschen vor Ort zum Friedensstifter fortgebildet werden.

Weltfriedensdienst und CELUCT

Mit der simbabwischen Organisation CELUCT aus der Gemeinde Chikukwa in den Western Highlands verbindet  den Weltfriedensdienst  eine  langjährige Partnerschaft. Gemeinsam konnten wir  mit Methoden ressourcenschonender Landwirtschaft  den Hunger aus der Region verbannen. Der Erfolg hat sich herumgesprochen und wirkt inzwischen weit über die Region hinaus.
Im Jahr 2010 führte CELUCT einen Workshop  mit allen Führern des  Chimanimani  District durch. Anlass war die große Sorge der traditionellen und staatlichen Führer angesichts  zunehmender Gewaltausbrüche  zwischen Anhängern von Regierung und Opposition. Daraufhin wandte sich CELUCT an den Weltfriedensdienst mit der Bitte, gemeinsam ein Programm zur Eindämmung von  Gewalt und Konflikten ins Leben zu rufen.  Eine neue Phase der Zusammenarbeit begann.
Die sieben am meisten betroffenen Bezirke wurden identifiziert und jede  Gemeinde  wählte  ein  Friedenskomitee. Ein solches Komitee  besteht aus je einem staatlichen und einem traditionellen Führer, einem Kirchenvertreter, einer Frauenvertreterin, zwei Jugendlichen und einer Person mit  besonderer Bedürftigkeit  sowie aus  einem Vertreter der Regierungs- und der Oppositionspartei.