Weltfriedensdienst e.V.

Wasser ist überlebenswichtig. Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist daher seit 2010 in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Das Menschenrecht auf Wasser ist die Voraussetzung für andere, etwa das Menschenrecht auf Leben, angemessene Ernährung und medizinische Versorgung. Die Umsetzung dieses Rechtes wird aus verschiedenen Richtungen bedroht.

Wasserraub durch Anbau und Export von Cash-Crops

In vielen Regionen der Welt herrscht Wasserknappheit. Nach Schätzungen der OECD wird bereits 2030 knapp die Hälfte der Menschheit direkt davon betroffen sein.

Die meisten dieser Menschen leben in tropischen und subtropischen Gebieten mit saisonal oder ganzjährig geringen Niederschlagsmengen. Da es hier viel Sonne und keine bzw. sehr milde Winter gibt, sind diese Gebiete für die landwirtschaftliche Nutzung attraktiv. Viele Nahrungsmittel und Industrierohstoffe können nur hier angebaut werden, sofern der wegen hoher Temperaturen erhöhte Wasserbedarf der Pflanzen auch in Trockenzeiten aus zusätzlichen Quellen gedeckt werden kann.

So werden große Mengen Grund- und Oberflächenwasser eingesetzt, um Großfarmen, Plantagen und Weideflächen in heißen, trockenen Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens aber auch Europas und den USA zu bewirtschaften. Mit der Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte wie Sojabohnen, Fleisch, Ölfrüchte, Gemüse, Obst, Kaffee und Zierpflanzen wird auch das bei der Erzeugung verbrauchte Wasser virtuell aus den Anbauregionen exportiert. Deutschland importiert auf diese Weise pro Kopf und Tag im Durchschnitt etwa 1500 Liter Wasser. Das sind 40 Prozent des Gesamtverbrauchs.

Besonders in Gebieten, die saisonal oder ganzjährig von Wassermangel geprägt sind, wird bei großflächig intensiver Nutzung zwangsläufig mehr Wasser verbraucht als in das Ökosystem direkt als Niederschlag fällt und indirekt über Grundwasserströme und Flüsse zugeführt werden kann. In der Folge sinken Grundwasserspiegel, versalzen Seen und trocknen Flüsse aus.

Beschleunigt wird dieser Prozess durch das Abholzen von Wäldern zur Gewinnung von Weide- und Anbauflächen und die schnelle Degradation von Böden durch ihre großflächig industrielle Bearbeitung. Wald und Boden verlieren damit ihre wichtige Fähigkeit Wasser zu speichern.

Kapitalstarke Agrarkonzerne können diese Entwicklung eine Zeit lang mit technischen Mitteln, beispielsweise durch das Anbohren tieferer fossiler Grundwasserschichten verzögern. Die Bevölkerung in den betroffenen Ländern ist der Erschöpfung ihrer lebenswichtigen Wasserressourcen aktuell schutzlos ausgeliefert.